Obwohl ich es ständig abstreite, muss ich eines trotzdem zugeben: Tradition existiert auch in meinem Leben. Und der Beweis dafür ist diese Webseite. Als ich noch in die Grundschule ging bekam ich gegen Ende der vierten Klasse ein außergewöhnliches Geburtstagsgeschenk von einer Freundin:
Eine eigene Homepage. Ich habe leider keinen blassen Schimmer mehr wofür ich so etwas damals brauchte und was drauf stand, doch eins weiß ich noch genau: Ich liebte sie vom ersten Moment an.
Ich beschäftigte mich Stunden damit in der grafischen Oberfläche herumzuklicken und die verschiedensten Farben auszuwählen. Es machte mich einfach ganz euphorisch, dass meine eigene Webseite von der ganzen Welt zu erreichen war. Sogar die „Neger in Afrika“, wie ich es als Kind erklärte, konnten theoretisch sehen, dass es in Deutschland einen Grundschüler gab, der eine eigene Homepage hatte.
Später begann ich Quatschgeschichten zu schreiben, die ich auf die Webseite veröffentlichte.
Freunde von mir lasen die Geschichten und antworteten mit ähnlich doofen Geschichten. Dies alles bereitete uns ein großes Vergnügen. Die Webseite veränderte sich immer wieder und ich lernte täglich dazu. Webdesign ist wohl ein Hobby, welches ich schon hatte als ich noch lernte, wie man schriftlich ‚plus rechnet‘.
Als ich später älter wurde nahm ich mir immer wieder vor die Webseite zu löschen, weil ich inzwischen zu alt war doofe Kindheitsgeschichten zu veröffentlichen. Aber immer wenn ich es versuchte brachte ich es nicht übers Herz. Langsam wurde die Homepage zu einem Archiv meines Lebens.
(Um es leidenschaftlich auszudrücken: Sie wurde ein Teil von mir.)
Daher existiert sie noch immer. Und ich habe die Vermutung, dass sie sogar noch existiert wenn ich eines Tages sterben werde. (Um es leidenschaftlich auszudrücken: Wenn ich ins Gras beisse.^^)
Was ihr hier finden werdet ist nicht in zwei Sätzen zu erklären, denn es sind hunderte von Seiten. Viele davon habe ich als Kind verfasst, als ich noch Zeit hatte mir Geschichten auszudenken. Manche Dinge sind lustig, andere traurig. Und über Gott denke ich hier ebenfalls viel nach.
Ihr seht schon: Nicht in zwei Sätzen zu erklären...
Sei M der Wäschekorb, X die Menge aller Socken
und Y die Menge aller Kleidungsstücke in M
So gilt: (f: ∀x∈(X∪Y) | "Die stinken") ⇒ "Müssen gewaschen werden."






